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Küchenboden sozial nutzen

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Eine „soziale Nutzung des Bodens“ klingt erstmal gut, zum Beispiel die „sozialgerechte Bodennutzung“ (SoBon) der Stadt München: Dort müssen Immobilienentwickler Geld für Kitas und Schulen zahlen und dreißig Prozent geförderte Wohnungen bauen. Doch diese bleiben nicht nachhaltig sozial, denn nach einigen Jahrzehnten läuft die Preisbindung aus und die Mieten nähern sich schrittweise dem freien Markt.

Weiter gehen die Forderungen alternativer Stiftungen und Vereine, die den Boden dauerhaft der Spekulation entziehen möchten: In der „Schwerter Erklärung“ fordern sie, Boden für gemeinwohlorientierte Zwecke zu sichern, für Projekte der Zivilgesellschaft. Dadurch sollen mehr Wohnprojekte entstehen, die Raum für Menschen mit verschieden dickem Portemonnaie bieten, inklusiv und vielfältig, mit Platz zum Kennenlernen und für Kreativität. Solche Projekte sind zwar besser als 99 Prozent dessen, was die tägliche Bauwut hervorbringt, aber nicht ideal: Boden für das Gemeinwohl „zu sichern“ meint meist, neu zu bauen, also Boden zu versiegeln und dem Klima zu schaden, auch durch den hohen Energieaufwand, den das Bauen bedeutet.

Bauland bei Gernrode im Harz, © Daniel Führhop

Boden dauerhaft gut nutzen bedeutet, ihn als das zu nehmen, was er ist, und dann zu verbessern: Acker bleibt Acker, aber ohne Gift und nicht als Monokultur mit hektarweise Mais. Wiese bleibt Wiese, auf der mehr Blumen blühen. Damit Natur und Landwirtschaft ihren Boden behalten, müssen wir das Bauen verbieten und stattdessen denjenigen Boden besser nutzen, auf dem wir wohnen – und das ist nicht der „Grund und Boden“, sondern es sind Wohnungen und Häuser mit Parkettboden und Teppich, Fliesen und Holzboden. Entrümpeln wir unsere Zimmer! Schaffen wir Platz für andere und teilen Räume mit ihnen. Zum Beispiel können wir eine Küche mit anderen teilen, dadurch weniger Wohnfläche pro Person verbrauchen, Neubau verhindern und den Küchenboden wahrhaft sozial nutzen.

Weiterlesen:

Daniel Fuhrhop ist Betriebswirt, Buchautor und Stadtwandel-Berater

Webseite www.daniel-fuhrhop.de/buecher
Blog www.verbietet-das-bauen.de

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